Die Technik schreitet unaufhaltsam voran – besonders in der Unterhaltungselektronik. Neue Bildschirmtechniken und digitale Frequenzen ermöglichen immer besseren Seh-Genuss. Zu den neuesten Trends zählt HDTV, das auch häufig als Fernsehen der Zukunft beworben wird. Doch was verbirgt sich hinter diesen vier Buchstaben? Und ist es wirklich so neu, wie wir denken?
Die Zukunft ist digital, darüber sind sich alle einig. Ob bei Kameras oder anderen Unterhaltungsmedien, überall liest man davon, dass veraltetet Analog-Techniken endlich ausgedient haben. In diesem Zusammenhang taucht auch immer wieder die Abkürzung HDTV auf, die ein besseres Fernsehen verspricht. HDTV steht dabei für High Definition TV und bezeichnet einen weltweiten digitalen TV-Standard, der im Breitwand-Format mit scharfen Konturen, satten Farben und einer beeindruckenden Tiefenschärfe die Augen der Zuschauer verwöhnt.
Das sind viele Versprechen, die dem Verbraucher gemacht werden. Doch worauf begründen sich diese Versprechen? Derzeit ist bei uns in Europa bei Fernsehgeräten der PAL-Standard verbreitet. Er verfügt über eine Auflösung von 576 Zeilen vertikal und 720 Linien horizontal, sowie eine 50 Hz Bildwiederholrate. Im amerikanischen Raum hingegen ist der NTSC-Standard verbreitet, der unserem sehr ähnelt, aber eine nicht ganz so gute Qualität aufweist.
Schlauer sind wir jetzt aber noch nicht unbedingt, denn mit diesem Fach-Chinesisch wissen wohl die wenigsten etwas anzufangen. Fakt ist allerdings, dass die Auflösung wohl der Schlüssel zum Fernsehgenuss ist, denn die Auflösung bestimmt den Detailreichtum des Bildes. Dann gibt es noch die Bildwiederholfrequenz, die für ein flimmerfreies Bild zuständig ist. Die Angabe der Hertz-Zahl sagt dabei aus, wie oft pro Sekunde ein Bildsignal geliefert wird.
Beim europäischen PAL-Standard sind es 50 Hz, sprich pro Sekunde werden 50 Bildsignale übermittelt. Die Signale sind allerdings nicht mit Bildern gleichzusetzen, denn der PAL-Standard beinhaltet ausserdem das Halbbildverfahren und sendet so nur 25 Bilder pro Sekunde, da immer nur jede zweite Bildzeile verändert wird. Wir sehen also 50 Mal in der Sekunde ein halbes Bild. Zum Glück haben wir aber träge Augen und ausserdem leuchten die Bildpunkte immer etwas nach, so dass die verzehrten Bilderhälften für uns zu einem ganzen Bild verschmelzen. Das Verfahren bezeichnet man dann als ‚interlaced’ – alternativ spricht man dann noch von ‚progressive’ wenn volle Bilder angezeigt werden.
![]() | 720p (progressive) |
![]() | 1080i (interlaced) |
![]() | 1125i (interlaced) |
![]() | 1250i (interlaced) |
Wir sprechen hier von der Theorie, da man sich bisher noch nicht darüber geeinigt hat, welches Format sich durchsetzen soll. Im Gespräch sind bisher das Format 720p und 1080i. Die Produktions- und Sendehardware, sowie die Empfangsgeräte sind bis auf einige wenige Ausnahmen auf beide Formate ausgelegt. So müssen die Anschaffungen für HDTV mit ein bisschen Glück nicht zweimal vorgenommen werden.